Entgleisung auf der Erzbahn Kiruna – Narvik
Einer der entgleisten Erzwaggons in der Schneegalerie bei Vassijaure (Foto: LKAB).
Am 17. Dezember 2023 entgleiste ein Erzzug auf der Malmbanen Kiruna – Narvik am Bahnhof Vassijaure nahe der renze zu Norwegen. Zur Entgleisung von zwölf der 68 Erzwagen des 8000-t-Zuges kam es nach Einfahrt in die nahe Schneegalerie. Die Strecke bleibt laut der schwedischen Transportverwaltung Trafikverket über mindestens sechs Wochen unterbrochen. Davon betroffen sind die Erzzüge der schwedischen Grubengesellschaften LKAB und Kaunis Iron, die Containerzüge mit Gütern, Post und Lebensmitteln für Narvik und weite Gebiete von Nord-Norwegen sowie die wenigen Reisezüge. Diese werden zwischen Kiruna und Narvik durch Autobusse ersetzt. Die Container und Lkw-Auflieger von Arctic Rail Express und North Rail Express werden von den norwegischen Lkw ersatzweise im Umschlagsterminal im schwedischen Kiruna abgeholt beziehungsweise mit Meeresfrüchten beladen und für die Fahrt nach Süden auf die Tragwagen der Eisenbahn gesetzt.
Zwei Drittel der Erzproduktion aus dem Norden von Schweden werden mit täglich zehn Zügen über den eisfreien norwegischen Hafen von Narvik exportiert. Es besteht keine Alternative zu diesen Massentransporten mit der Eisenbahn. Angesichts der nun blockierten Materialberge in Kiruna und Svappavaara droht auch dort der Stopp der Produktion. Die Anzahl der fünf täglichen Erzzüge von Gällivare nach Luleå am gefrorenen Bottnischen Meerbusen kann wegen Kapazitätsmängeln jener Strecke nicht gesteigert werden. Der letzte beladene Erzfrachter hat Narvik am 30. Dezember 2023 verlassen. Seitdem sind die dortigen Vorräte aufgebraucht und in Narvik stehen die Verladeanlagen still.
Wie das bisherige Schadensbild ergeben hat, nahmen die Entgleisungen ihren Anfang bereits auf dem 15 km langen Streckenabschnitt von Tornehamn nach Vassijaure. Die LKAB hat aufgrund von festgestellten Schäden an Rädern inzwischen 40 Erzwagen einer bestimmten Lieferserie des Herstellers Kiruna Wagon außer Betrieb gesetzt. Insgesamt müssen 25 000 meist unter Schnee und Eis liegende Betonschwellen wie auch Weichen ersetzt werden. Die beschädigte Schneegalerie wurde für die Bergung der Fahrzeuge abgebrochen, wonach unter anderem neue Fahrleitungsanlagen montiert werden müssen. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden von Temperaturen bis – 30 °C und durch Schneestürme erschwert. Zudem herrscht Tageslicht nördlich des Polarkreises derzeit nur wenige Stunden. Um mehr Ladung transportieren zu können, wurden die zulässigen Radsatzfahrmassen auf der schwedisch-norwegischen Erzbahn in den vergangenen Jahren schrittweise auf 32 t erhöht, wodurch die Infrastruktur stark beansprucht wird. Bereits am 12. März 2023 ist ein Erzzug bei der Einfahrt in Narvik entgleist, worauf mehrere Wagen umstürzten.