Inbetriebnahme ICE-Instandhaltungswerk Cottbus
Das Werk Cottbus hat die schwere Instandhaltung der Triebzüge ICE 4 der Baureihe 412 aufgenommen (Foto: DB/Oliver Lang).
Die DB hat 20 Monate nach dem ersten Spatenstich am 11. Januar 2024 das ICE-Instandhaltungswerk Cottbus offiziell in Betrieb genommen. Gemeinsam eröffneten Bundeskanzler Olaf Scholz, Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und der DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz die zweigleisige Werkhalle, in der die schwere Instandhaltung der ICE 4-Flotte erfolgen wird. Die DB schafft am Standort Cottbus zunächst 450 und voraussichtlich bis 2026 insgesamt 1 200 neue hochqualifizierte Industriearbeits- und Ausbildungsplätze. Der Konzern hat die Berufsausbildung mit der Erhöhung der Ausbildungsplätze gestärkt. Somit kann die Hälfte der bis 2026 zu besetzenden Arbeitsplätze im Werk mit eigenen Auszubildenden realisiert werden.
In die 450 m lange Werkhalle passen die 374 m langen ICE 4 mit 13 Wagen und 918 Sitzplätzen in voller Länge. Von den kürzeren, siebenteiligen ICE können zwei der je 200 m langen Züge hintereinander auf den beiden Instandhaltungsgleisen stehen. Die Züge müssen für die Instandhaltung nicht mehr, wie in anderen Werken, geteilt werden. An allen Fahrzeugen kann gleichzeitig gearbeitet werden. Die beiden Instandhaltungsgleise sind erhöht, sodass Seitenklappen und Radsätze der Züge gut erreichbar sind. In den Hallenboden sind eigens entwickelte Drehgestellwechsler eingesetzt. Die schweren Drehgestelle können zur weiteren Bearbeitung seitlich unter dem Zug herausgefahren werden.
Augmented-Reality-Brillen ermöglichen es, Mitarbeiter aus anderen Standorten zu Arbeiten in Cottbus hinzuziehen, Tipps und Hinweise werden unmittelbar im Sichtfeld eingeblendet. Die deutlich frühere Inbetriebnahme des ICE-Werks als ursprünglich geplant geht auf verschiedene Faktoren zurück.
Die DB hat für die Planung und Realisierung ein neues, kooperatives Verfahren, das Partnerschaftsmodell Schiene, umgesetzt, das eine schnelle Prozessentwicklung, teamorientiertes Agieren der Partner und kurze Abstimmungswege gewährleistet. Darüber hinaus haben alle Beteiligten bei den erforderlichen Abstimmungen zu den Genehmigungsverfahren eng und konstruktiv zusammengearbeitet. Dazu beigetragen hat auch die in der Staatskanzlei eingerichtete Task Force unter Leitung von Ministerpräsident Woidke und DB-Vorständin Daniela Gerd tom Markotten.
Eine weitere Halle mit vier Gleisen ist auf dem Werksgelände im Bau. Sie soll 2026 in Betrieb gehen.