Infrastrukturprogramm für Kapazität und Qualität
Hochleistungsnetz für 2030 (Grafik: DB).
Die am 27. Dezember 2023 gegründete DB InfraGO AG ist die gemeinwohlorientierte Infrastrukturgesellschaft der DB. Sie ist aus den Infrastrukturgesellschaften DB Netz und DB Station & Service hervorgegangen. Mit mehr als 61000 Mitarbeitenden ist die DB InfraGO für das 33 400 km lange Streckennetz einschließlich aller betriebsnotwendigen Anlagen sowie 5 400 Bahnhöfe und Haltepunkte verantwortlich. Pro Tag fahren auf der Infrastruktur 50000 Züge, und 21 Mio. Personen sind in den Reisezügen unterwegs.
Bei einer Veranstaltung am 22. Januar 2024 im Berliner Futurium mit 300 geladenen Gästen aus Politik sowie Bahnund Baubranche hat die DB zentrale Handlungsfelder des neuen Unternehmens vorgestellt. Es geht darum, Qualität, Kapazität und Stabilität des Eisenbahnbetriebs nachhaltig zu verbessern. Mit der DB InfraGO beginnt das größte Infrastrukturprogramm der DB-Geschichte. Dabei stehen vor allem das Bestandsnetz und die Bahnhöfe im Fokus. Die Finanzierung der notwendigen Arbeiten ist für 2024 und 2025 bereits sichergestellt. Bis 2030 sollen umgesetzt werden:
• Sanierung von als 4 000 km hoch belasteter Strecken von Grund auf, gebündelt in 40 Hochleistungskorridoren.
• Die 25 000 Strecken-km des Flächennetzes modernisiert die DB InfraGO schrittweise, sodass sich der Zustand der Anlagen auch in der Fläche verbessert.
• Die Bahnhöfe will die DB InfraGO ganzheitlich zu attraktiven Zukunftsbahnhöfen entwickeln. Sie werden zu Mobilitätsdrehscheiben und Visitenkarten für Städte und Gemeinden.
• Schnelle Kapazitätserweiterung und Leistungsfähigkeit im Bestandsnetz sollen unter anderem mit zusätzlichen Überleitstellen, mehr Überholmöglichkeiten für Züge und Verkürzung der Blockabstände geschaffen werden.
• Bis 2030 will DB InfraGO viele weitere Strecken digitalisieren und damit mehr Kapazität auf der bestehenden Infrastruktur schaffen.
• Dringend benötigte Serviceeinrichtungen für die Vor- und Nachbereitung von Zugfahrten, insbesondere Abstellgleise, werden neu gebaut und vorhandene Einrichtungen erweitert.
• Durch Aus- und Neubau sowie Elektrifizierung von Strecken sollen neue Kapazitäten entstehen, um den Deutschlandtakt Stück für Stückmn umzusetzen.
In Verbindung mit der Gründung von DB InfraGO stärkt der Bund seine Steuerung der Infrastruktur. Dafür wird mit dem sogenannten Infraplan ein neues Steuerungsinstrument etabliert. Es bündelt Ziele und Strategien für Schienennetz und Bahnhöfe und übersetzt sie in ein konkretes Arbeitsprogramm für die DB InfraGO mit einem mehrjährigen Zeithorizont. Der Infraplan wird Kennzahlen und Ziele vorgeben und diese jahresscharf operationalisieren, sodass hohe Transparenz für Branche und Öffentlichkeit entsteht. Er wird jährlich überprüft, angepasst und fortgeschrieben, sodass ein rollierendes System entsteht. Dabei setzen DB und Bund auch auf eine enge Einbindung der Branchenexpertise und maximale Transparenz.
Denn eine gemeinwohlorientierte Infrastruktur zeichnet sich auch dadurch aus, den Zustand desselben fortlaufend für alle Beteiligten und die Öffentlichkeit transparent zu machen. Deshalb will DB InfraGO den Netzzustandsbericht künftig jährlich veröffentlichen.