Wasserstoff-Gesamtsystem für die Schiene

mireo plus hWasserstoff-Triebzug Mireo Plus H (Foto: Siemens).Die DB und Siemens Mobility präsentierten Anfang Mai 2022 am Siemens-Fertigungsstandort in Krefeld den neu entwickelten Wasserstoffzug Mireo Plus H und einen neu konzipierten mobilen Wasserstoff-Speichertrailer. Diese Elemente des Wasserstoff-Gesamtsystems sollen Dieseltriebzüge im Regionalverkehr ersetzen und die CO2-Emissionen auf der Schiene auf null reduzieren.

Das Projekt H2goesRail wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 13,74 Mio. EUR durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.

Das Triebfahrzeug Mireo Plus H für das H2goesRail-Projekt hat als Zweiteiler 800 km maximale Reichweite, ist mit 1,7 MW leistungsfähig wie elektrische Triebzüge und beschleunigt mit 1,1 m/s² auf 160 km/h zulässige Geschwindigkeit. Die dreiteilige Variante des Zuges hat eine Reichweite von 1 000 km. Die Fahrzeuge sind für 30 Jahre Lebensdauer ausgelegt. Für die Wartung wird das DB-Werk Ulm entsprechend ausgerüstet.

Der Wasserstoff wird im DB-Werk Tübingen durch Elektrolyse erzeugt. Der dafür notwendige sogenannte „Ökostrom“ kommt direkt aus der Oberleitung. In einem Kompressor verdichtet, wird der Wasserstoff in einem mobilen Speicher gelagert. Vor dem Tankvorgang wird der Treibstoff aufbereitet und gekühlt. Die DB hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem die Betankung eines Wasserstoffzuges erstmalig genauso schnell verläuft, wie die Betankung eines Dieseltriebzugs. Der mobile Aufbau ermöglicht weitere Erprobungsprojekte an bislang nicht erschlossenen Strecken.

Der Mireo Plus H wird 2023 Testfahrten in Baden-Württemberg aufnehmen. Ab 2024 ist er für das Projekt H2goesRail im planmäßigen Passagierbetrieb zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim 120 000 km im Einsatz und ersetzt einen dort fahrenden Dieseltriebwagen.