3. ÖVG-Symposium „Fahrstromanlagen“ (eb 9 | 2021)

2021 ist das Jahr der Schiene – ausgerufen von der Europäischen Kommission und getragen von den Regierungen der Mitgliedsstaaten. Mit diesem Jahr der Schiene soll der Europäische Green Deal im Mobilitätssektor hin zu einem klimaneutralen Europa unterstützt werden. Die Eisenbahn spielt dabei eine herausragende Rolle in der Dekarbonisierung Europas, weil die Bahnen Vorreiter in der Elektromobilität sind. Seit 1879, mit der Präsentation der ersten Gleichstrom-Lokomotive auf der Gewerbeausstellung in Berlin, gibt es die elektrische Zugförderung.

Die Elektrifizierungen und der Neu- und Umbau von Bestandsstrecken wachsen derzeit sehr dynamisch und hat auch in Österreich mit einem genehmigten Rahmenplan ein immens steigendes Volumen erreicht, welches in einer ersten Etappe bis 2026 abgearbeitet werden muss.  Alleine die Elektrifizierungsprojekte sind ein bedeutender Anteil, hier sollen bis 2030 nahezu eine Millarde Euro investiert werden, um circa 500 km Bahnstrecken zu elektrifizieren. Damit soll in Österreich eine vollständige Dekarbonisierung des Bahnverkehrs strecken- und fahrzeugseitig erreicht werden. In einem zukunftsträchtigen hoch technischen Bereich wie den gesamtheitlichen „Fahrstromanlagen“ der umweltfreundlichen Traktion mit der Bahnenergieversorgung bis zu der Oberleitung, sind das Wissen, das Know-how und die fachlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben. Um hier gerüstet zu sein, muss umgehend die Gewinnung und Sicherung des Nachwuchses mit ambitionierten jungen fachlichen engagierten Ingenieuren, Meistern und Monteuren, das Hauptaugenmerk sein. Dazu gehört auch, die Attraktivität der Bahnwelt als eine abwechslungsreiche, spannende und lohnende Herausforderung zu vermitteln.

Franz Kurzweil

Ing. Franz Kurzweil, ÖBB-Infrastruktur AG
Strecken- und Anlagenmanagement
Leiter Fachbereich Elektrotechnik

Das Bahnunternehmen ÖBB-Infratruktur AG und die Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gessellschaft veranstalten am 11. und 12. November 2021 im Technischen Museum Wien das 3. Symposium Fahrstromanlagen unter dem Motto: „Alte und wiederbelebte Herausforderungen für die elektrische Bahnenergieversorgung“, um den Verkehr im Zeichen des Klimawandels endgültig auf Schiene zu bringen!

Das Symposium richtet sich an Führungskräfte und Mitarbeiter von Bahn- und Infrastrukturunternehmen, Zulassungsbehörden, Sachverständige, Zivilingenieurbüros, Beratungsunternehmen, Universitäten und Oberleitungsfachfirmen, die Bahnenergieversorgungsanlagen planen, ausführen und betreiben sowie in Betriebsbewilligungsverfahren zusammen mit den zuständigen Behörden deren Konformität mit den europäischen Normen beurteilen und die Anlagen in den Betrieb überführen. Darüber hinaus werden mit dem Symposium Experten, die an neuen Entwicklungen bei Bahnenergieversorgungsanlagen und in der Normung interessiert sind, angesprochen, aber auch die Nachwuchsförderung im Rahmen des Austausches thematisiert.

Inhaltliche Schwerpunktthemen des Symposiums sind unter anderem:

  • Fahrdrahtverhalten in Oberleitungsanlagen und Weichenbespannungen
  • Einsatz erneuerbarer Energien
  • Anforderungen an Deckenstromschienen
  • beispielhafte Großprojekte in der Umsetzung
  • Neuigkeiten aus der Normung und das 4. Eisenbahnpaket
  • EDV-gestützte Oberleitungsplanung
  • neue Instandhaltungsfahrzeuge
  • Instandhaltungserfahrungen an einer Neubaustrecke
  • alternative Antriebe im Schienenverkehr

In all diesen Vorträgen wollen wir einen Beitrag zu fachlichen Diskussionen liefern und die Nachwuchsförderung für die Bahnenergieversorgung gesamtheitlich thematisieren.

Das 3. Symposium Fahrstromanlagen bietet ein komplexes Diskussionsforum, sei es durch Präsenz oder über die nutzbaren Medien. Im Namen der Organisatoren lade ich Sie recht herzlich ein, in „VIENNA“ Anfang November mit dabei zu sein.

Ing. Franz Kurzweil
ÖBB-Infrastruktur AG
Strecken- und Anlagenmanagement
Leiter Fachbereich Elektrotechnik

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