Auszug | eb - Elektrische Bahnen 9 | 2023

343 Journal 121 (2023) Heft 9 die Kapazität der Rangierbahnhöfe um 40% zu steigern. Eine dieser Innovationen ist die Automatische Kupplung (DAK), die zukünftig den Kupplungsvorgang im Vergleich zum manuellen Kuppeln deutlich beschleunigen soll. Die DAK kuppelt automatisch Luft-, Strom- und Datenleitungen und ist Wegbereiter für den Intelligenten Güterzug. Die DAK ist derzeit in der Erprobung zur Serienreife und soll den Einzelwagenverkehr revolutionieren. Im Rangierbahnhof testet DB Cargo mit der Vollautomatischen Abdrücklokomotive (VAL) und mit Künstlicher Intelligenz (KI) weitere Innovationen für das Intelligente System Schienengüterverkehr. Die VAL soll den vollautomatischen Abdrückvorgang am Ablaufberg in München-Nord bis Ende 2024 zur Anwendungsreife bringen. Die Kontrolle der Güterwagen durch die Kamerabrücke soll für die automatisierte Schaderkennung an Güterwagen (ASaG) zuständig sein. Dazu fahren die Güterzüge mit ihren Wagen durch die Kamerabrücke, die von allen Seiten Bilder des Zuges macht. Die KI erkennt in Sekunden, ob Schäden vorhanden sind. Dies sorgt für eine erhöhte Sicherheit und beschleunigt ebenfalls die Bereitstellung des Zuges. DB Cargo in Spanien Seit dem 3. Januar 2023 fährt die spanische DB Cargo-Tochter Transfesa zwischen dem französischen Perpignan und dem Hafen der katalanischen Hauptstadt Barcelona auf der UIC-Strecke mit 100% DB Cargo-Power. Über diese Strecke lassen sich längere und schwere Züge ohne Umachsung in Richtung Barcelona transportieren als über die klassische Route, auf der die Wagen auf die 1668mm breite iberische Breitspur umgeachst werden müssen. Die Normalspur für Güterzüge wird innerhalb Spaniens über Tarragona bis in den Süden nach Valencia ausgebaut. Transfesa hat ihr bisheriges Fahrzeugportfolio auf die spanische Breitspur beziehungsweise die Umachsung der Wagen ausgelegt. Für die UIC-Strecke und weitere Normalspurstrecken in Frankreich und Spanien beschafft die DB-Tochter fünf Euro6000-Lokomotiven über den Vermieter Alpha Trains vom Stadler-Werk in Albuixech. Die sechsachsigen 6000-kW-Lokomotiven sind für die Fahrleitungsspannungen DC 3 kV und AC 25 kV 50Hz ausgelegt und für 120 km/h Höchstgeschwindigkeit zugelassen. Die gute Zusammenarbeit von Transfesa, DB Cargo France und dem zentralen Service Design von DB Cargo trugen zum Gelingen dieses Projektes bei. Dazu gehörte auch der Austausch mit den spanischen und französischen Aufsichtsbehörden, da die spanischen Lokomotivführer eine gewisse Strecke in Frankreich zurücklegen müssen, bevor sie von ihren französischen Kollegen abgelöst werden. Kamerabrücken in einem Rangierbahnhof (Foto: DB Cargo). Das zweite Exemplar der von Stadler an Transfesa gelieferten Lokomotive Euro6000 (Foto: Transfesa). eb 9 2023 ePaper Abonnement 2023 ã Georg Siemens Verlag GmbH & Co. KG Vervielfältigung und Verbreitung unzulässig und strafbar!

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