Auszug | eb - Elektrische Bahnen 11-12 | 2024

488 Praxiswissen Blitzschutz 122 (2024) Heft 11-12 Blitz- und Überspannungsschutz für die Bahninfrastruktur Stefan Benz, Franz Wolfrum; Neumarkt Aufgrund der weitverzweigten Ausdehnung und der oft exponierten Lage des Bahnnetzes bietet dieses bei Gewittern eine ideale Angriffsfläche für die Auswirkungen atmosphärischer Entladungen. Blitzströme und Überspannungen können Stellwerke, Bahnübergangs- und Telekommunikationsanlagen beschädigen und in ihrer Funktion beeinträchtigen. Daher fordert auch die Richtlinie der DBAG Ril 819.0808 den Einsatz eines umfangreichen Blitz- und Überspannungsschutzes für die Stellwerke der DB InfraGo. Lightning and surge protection for railway infrastructure Due to the widespread and often exposed location of the railway network, it offers an ideal target for the effects of atmospheric discharges during thunderstorms. Lightning currents and overvoltages can damage signal boxes, level crossings and telecommunications systems and impair their function. For this reason, the guideline from DB AG Ril 819.0808 also requires the use of comprehensive lightning and overvoltage protection for DB InfraGo signal boxes. Protection contre la foudre et les surtensions pour l'infrastructure ferroviaire En raison de sa vaste étendue et de sa situation souvent exposée, le réseau ferroviaire constitue une cible d’attaque idéale pour les effets des décharges atmosphériques en cas d’orage. Les courants de foudre et les surtensions peuvent endommager les postes d’aiguillage, les installations de passage à niveau et de télécommunication et entraver leur fonctionnement. C’est pourquoi la directive de la DBAG Ril 819.0808 exige également l’utilisation d’une protection étendue contre la foudre et les surtensions pour les postes d’aiguillage de DB InfraGo. 1 Einführung Schäden entstehen durch direkte Blitzeinschläge in Fahrleitungen, Masten, Fahrzeuge und Gebäude (Bilder 1 und 2). Wichtige Schutzziele sind daher der Personenschutz, der Brandschutz, der Schutz vor mechanischen Zerstörungen, der Schutz der Energieversorgung, der Funkanlagen, der Telekommunikationsanlagen (TK-Anlagen) und leit- und sicherungstechnischen Anlagen (LST-Anlagen) und somit die Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit. Aber auch die Gefahr sekundärer Einflüsse darf nicht vernachlässigt werden. Stellen doch induzierte Überspannungen und Blitzteilströme, zum Beispiel durch Blitzeinschlag in eine benachbarte Anlage, ein erhebliches Gefährdungspotential für elektronische Systeme dar. Die moderne Leit- und Sicherungstechnik wird zunehmend digitalisiert und mit empfindlicher Elektronik ausgerüstet. Folgen von Systemausfällen durch Blitzeinschlag oder Überspannungen können Verspätungen im Bahnverkehr, oftmals verbunden mit hohen Kosten, bedeuten. Bahnspezifische Einflüsse, wie die durch die Oberleitung hervorgerufene Dauer- und Kurzeitbeeinflussungsspannung in benachbarte Streckenkabel sind weitere Aspekte, die es zu beachten gilt. Die normative Grundlage für den Blitzschutz bildet die Normungsreihe der EN 62305 mit ihren vier Teilen [1 bis 4]. Für den Überspannungsschutz in Niederspannungsanlagen sowie in Telekommunikations- und signalverarbeitenden Netzwerken (TK- Bild 1: Überspannungsschaden in einem Elektronischen Stellwerk (alle Fotos und Grafiken: DEHN SE, teilw. bearb. eb). eb 11-12 2024 ePaper Abonnement 2024 ã Georg Siemens Verlag GmbH & Co. KG Vervielfältigung und Verbreitung unzulässig und strafbar!

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