Auszug | eb - Elektrische Bahnen 11-12 | 2024

498 Journal 122 (2024) Heft 11-12 Elektrifizierung der Eifelstrecke Am 28. Oktober 2024 fand der Spatenstich zur Elektrifizierung der 164 km langen meist zweigleisigen Eifelstrecke zwischen Hürth-Kalscheuren und TrierEhrang statt. Der Bund sowie die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen investieren 500Mio. EUR in dieses Projekt. Es werden 56 Brücken und zehn Tunnel angepasst sowie Gleise und Weichen erneuert. Zehn Bahnenergieanlagen werden errichtet und 300 km Oberleitung gezogen. Ab 2026 sollen erste Streckenbereiche technisch fertiggestellt sein. Ein durchgehender elektrischer Zugbetrieb auf der Eifelstrecke ist erst mit einer finalen Einbindung der Bahnenergieanlagen in das deutsche Bahnenergienetz möglich. Dies wird nach jetzigem Stand voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2028 sein. Qualifizierte Fachfirmen für den Oberleitungsbau sind am Markt schwer verfügbar und Transformatoren haben trotz frühzeitiger Bestellung durch die DB sehr lange Lieferzeiten. Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hatte die Eifelstrecke auf zahlreichen Abschnitten in NRW und Rheinland-Pfalz nahezu komplett verwüstet. Der Wiederaufbau kam an vielen Stellen einem Neubau gleich. Neben der Strecke mit Gleisen, Schwellen und Schotter mussten unter anderem 170 Brücken und Durchlässe sowie 24 Bahnübergänge erneuert werden. Dabei achtete die DB darauf, dass die neue Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen ist. Dazu gehören Brückenkonstruktionen ohne Mittelpfeiler, die bei Hochwasser möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Gesetzliche Ausnahmeregelungen in den Flutgebieten ermöglichten vereinfachte Bedingungen bei Planrecht und Vergabe. Modernisierung InterCity-Neigezüge der SBB Der erste vollständig erneuerte InterCityNeigezug (ICN) Typ RABDe 500 der SBB wurde am 24. Oktober 2024 im Werk Yverdon offiziell vorgestellt. Dabei werden zahlreiche Verbesserungen in den Bereichen Technik und Kundenkomfort vorgenommen. Die SBB nahm die 44 auch als Expo-Züge bekannten Neigezüge 2001 in Betrieb. Die siebenteiligen 188,5m langen Triebzüge sind mit 5200 kW Stundenleistung für maximal 220 km/h zugelassen und bieten 477 Fahrgästen Platz. Die ICN legten seit der Inbetriebnahme je rund 8Mio. km zurück und werden modernisiert, damit sie für 20 weitere Jahre eingesetzt werden können. Die SBB investiert 500Mio. CHF in dieses Projekt. Für die Kunden gibt es ein überarbeitetes Lichtkonzept, einen verbesserten Mobilfunkempfang, neu gepolsterte und bezogene Sitze, neue Teppiche und neue Seitenwandtische mit integrierten Steckdosen. Im Technikbereich werden verschiedene Komponenten wie Drehgestelle und Motoren vollständig erneuert sowie sämtliche Korrosionsablagerungen entfernt. Rund 150 Mitarbeiter des Werks Yverdon sind an den Modernisierungsarbeiten beteiligt, die 2021 begannen und Außenansicht der Familienzone des modernisierten ICN (Foto: SBB). Der Spatenstich zur Elektrifizierung der Eifelstrecke fand unter Beteiligung von Prominenz statt; vierter von links DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber (Foto: DB/Stefan Wildhirt). eb 11-12 2024 ePaper Abonnement 2024 ã Georg Siemens Verlag GmbH & Co. KG Vervielfältigung und Verbreitung unzulässig und strafbar!

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