Auszug | eb - Elektrische Bahnen 11-12 | 2024

502 Journal 122 (2024) Heft 11-12 neuen Hochspannungsleitungen sind ein Drittel genehmigt, im Bau oder fertiggestellt. Das sind fünfmal mehr als 2021. Nur wenn sich erneuernde Energien nicht möglich sind, dann sollen Wasserstoffkraftwerke als Peak-Kraftwerke dienen. Zudem arbeitet das BMWK derzeit an der Ausschreibung für systemdienliche Elektrolyse für die Wasserstoffgewinnung. Deutschland braucht vor allem Elektroenergie für die Wirtschaft und zunehmend für das Heizen. Insofern ist der Ausbau sich erneuernder Energien an sich von hoher Bedeutung und dient nicht oder nur bedingt für Wasserstoff. Wasserstoff-Kernnetz genehmigt Die Bundesnetzagentur hat am 22. Oktober 2024 den von den Fernleitungsnetzbetreibern am 22. Juli 2024 eingereichten Kernnetzantrag nach Prüfung und Konsultation genehmigt. Mit dem Kernnetz werden zentrale WasserstoffStandorte in allen Bundesländern miteinander verbunden. Die Standorte sind die Erzeugungszentren, Importpunkte, Speicher und künftige Abnehmer in Industrie und Kraftwerken. Es wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der den Marktakteuren Sicherheit gibt und gleichzeitig die nötige Flexibilität bietet, um auf veränderte Bedingungen beim Markthochlauf reagieren zu können. Das genehmigte Kernnetz umfasst Leitungen mit 9040 km Gesamtlänge, wovon 60% der Leitungen vom bisherigen Erdgas-Betrieb umgestellt und die übrigen neu gebaut werden. Die Fernleitungsnetzbetreiber planen, 18,9Mrd. EUR bis zum Zieljahr 2032 zu investieren. Im Zieljahr beträgt die Einspeiseleistung 101GW und die Ausspeiseleistung 87GW. Da ein Großteil der künftigen Wasserstoffnachfrage in Deutschland über Importe gedeckt werden soll, sind 13 Grenzübergangspunkte in europäische Nachbarländer vorgesehen. Das BMWK rechnet für 2030 mit bis zu 70% Wasserstoffimporten. Ab 2025 werden erste WasserstoffLeitungen des Kernnetzes in Betrieb gehen. Zunächst werden vor allem Umstellungsleitungen in Betrieb genommen. Die Planung der Bundesnetzagentur stellt sicher, dass nur Erdgasleitungen auf Wasserstoff umgestellt werden, die nicht mehr für den Erdgastransport benötigt werden. Die Leitungen des Kernnetzes sollen privatwirtschaftlich gebaut und betrieben werden und durch die Entgelte der Nutzer finanziert werden. Da es am Anfang relativ wenige Abnehmer geben wird, können die Investitionskosten nicht voll auf die Nutzer umgelegt werden. Daher werden die Netzentgelte gedeckelt. Ein Amortisationskonto sorgt dafür, dass die Mindereinnahmen der ersten Phase durch spätere Mehreinnahmen ausgeglichen werden. Mit Ausnahme der von Bund und Ländern geförderten Important Project of Common EuroWasserstoff-Kernnetz (Grafik: BMWK). gestrichelt – Neubauleitung; durchgezogen – Umstellungsleitung eb 11-12 2024 ePaper Abonnement 2024 ã Georg Siemens Verlag GmbH & Co. KG Vervielfältigung und Verbreitung unzulässig und strafbar!

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