Versuchszug für JR East

JR East will eine neue Zuggeneration für das verlängerte Schnellfahrstreckennetz nach Sapporoüber die Hokaido Shinkansen mit Zieljahr 2030 schaffen und lässt dafür, wie schon bei früheren Serien, einen Versuchszug bauen, der aus zehn Wagen besteht, für 400 km/h Geschwindigkeit ausgelegt ist und im Frühjahr 2019 fertig sein soll. Dabei werden in großem Umfang verbesserte Komponenten aus der derzeit neuesten Serie erprobt, aber auch einige grundsätzliche Neuentwicklungen. Zu diesen gehören eine vollautomatische motorischvollaktive Queranlenkung der Wagenkästen an die Drehgestelle sowie vertikale Schwingungsmesser zwischen den Kastenaußenseiten und den Drehgestellen, die auf die Regelung der Luftfedern zwischen Kasten und Drehgestell wirken. Beides soll die Druckstöße beim Einfahren in Tunnel mildern. Die Luftfederung soll außerdem die Kastenneigung einstellen. Großer Aufwand wird eingesetzt, um Entgleisungen als Folge von Erdbeben zu vermeiden. Hierzu werden weitere, passive Querdämpfer zwischen Kasten und Drehgestell erprobt so wie eine starre Anschlagbegrenzung in Querrichtung, wie bei den Drehzapfen früher Drehgestelllokomotiven. Um im Notfall hohe kraftschlussunabhängige Bremskräfte zu erreichen, werden auf den Dächern der Zwischenwagen je fünf Paare im Normalbetrieb versenkter, bei Bedarf hochgeklappter Luftwiderstandsbleche je 1 m breit und 0,5 m hoch installiert, ähnlich wirkend wie die Landeklappen bei Flugzeugflügeln. Zum Verringern des Cw-Beiwerts des Spitzenfahrzeugs und damit des Leistungsbedarf bei hohen Geschwindigkeiten werden zwei verschiedene Kopfformen mit noch extremerer aerodynamischer Verschlankung als bisher schon erprobt. Die Schallabstrahlung soll bei den Stromabnehmern durch Abschirmbleche seitlich neben der Basisbefestigung und bei den Bremsscheiben durch andere Gestaltung der Kühlrippen vermindert werden.

Quelle: Japanese Railway Engineering No  201, 2018

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