Kooperationsvertrag TramTrain

Um das Karlsruher-Modell mit Zweisystem-Fahrzeugen, die innerstädtisch als Straßenbahn (BOStrab) mit DC 750 V unterwegs sind und in der Region als Eisenbahn (EBO) mit 1 AC 15 kV 162/3 Hz fahren, wirtschaftlich halten zu können und für neue Verkehrsunternehmen zu öffnen, wurde die Projektgruppe VDV Tram-Train gegründet [1]. Die Federführung des Projekts, das der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begleitet, liegt bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK).

Am 11. März 2019 unterzeichneten die Verantwortlichen der fünf Betriebe in Karlsruhe einen
Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Beschaffung der Zweisystem-Stadtbahnzüge. Zu dieser
Einkaufsallianz gehören neben den VBK die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), die Erms-Neckar-Bahn aus Bad Urach, die Saarbahn Netz GmbH und die Verkehrsverbund Mittelsachsen
GmbH aus Chemnitz. Nach derzeitigem Stand will das Konsortium 240 der 37 m langen
dreiteiligen Triebzüge beschaffen. Für alle Betriebe wird ein Plattform-Fahrzeug konzipiert, das durch individuelle Zusatzleistungen wie aus einem Baukasten erweitert werden kann. Die Einmalkosten für die Entwicklung und Zulassung des Standardfahrzeuges können auf eine hohe Stückzahl verteilt werden.

Nach der Sommerpause soll EU-weit ausgeschrieben werden. Die ersten sieben Züge wird die Saarbahn Anfang 2025 erhalten. Jedes Jahr sollen weitere sieben bis zur Gesamtzahl von 28 geliefert werden. Der Saarbahn hofft, dank der gemeinsamen Beschaffung die Kosten von 5,5 Mio. EUR pro Zug um 1 Mio. EUR zu senken. Als größter Besteller beabsichtigt die AVG 150 Triebzüge zu beschaffen.

[1] Großbestellung von Zweisystem-Stadtbahnfahrzeugen. In: Elektrische Bahnen 115 (2017) H.  11-12, S.  664.

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