Elektrifizierung Reutte – Pfronten-Steinach

Vorbereiten eines Mastfundamentes zwischen Reutte und Pflach am 15. April 2019 (Foto: Siegfried Graßmann).

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Elektrifizierung Reutte – Pfronten-Steinach

Bis Ende 2019 elektrifiziert ÖBB-Infrastruktur die verbleibenden 14,4 km der Außerfernbahn zwischen Bf. Reutte in Tirol und der Staatsgrenze bei Schönbichl [1]. Nach Abschluss der Arbeiten wird das 459 km lange Streckennetz der ÖBB in Tirol zu 100 % elektrisch betrieben.

Bis zur Grenze nach Deutschland werden 300 Fundamente hergestellt und die Oberleitungsmasten aufgestellt. Auf diesen montiert Eqos-Energie 15,9 km Oberleitungskette mit 1 000 Isolatoren. Für die Errichtung der Mastfundamente kommt ein hydraulisches Rammgerät zum Einsatz. Im Bf. Vils, 3,9 km vor der Grenze, wird ein Schaltgerüst errichtet. Die Gleise des Bf. Vils einschließlich der Übergabegleise zum Zementwerk Schretter werden mit Oberleitung überspannt. In Deutschland sollen 1,3 km von der Grenze bis einschließlich des zweigleisigen Bahnhofes Pfronten-Steinach elektrifiziert werden.

Die Arbeiten finden bei laufendem Betrieb statt. Zwei Streckensperren mit Schienenersatzverkehr vom 16. März bis 26. April und 14. September bis 3. November 2019 sind aus technologischen Gründen unumgänglich.

Nach Aussage der DB laufen derzeit bezüglich Elektrifizierung von der Landesgrenze bis Pfronten-Steinach technische Abstimmungen zwischen ÖBB-Infrastruktur und DB Netz. Auf deren Grundlage wird die Politik dann über die Elektrifizierung auf deutscher Seite entscheiden. Bisher gibt es noch keine Finanzierung und entsprechend auch keine konkreten Planungen für dieses Projekt.

Ob dann mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 die DB-Regio-Züge, die mit elektrischen Triebwagen der BR 2442 gefahren werden, von Garmisch-Partenkirchen nach Pfronten-Steinach umlaufneutral verlängert werden können, sei dahingestellt.

Der tägliche ÖBB-Sammler Rangierbahnhof Hall in Reutte (Tirol) braucht für die Anschlussbedienung des Zementwerkes nach Inbetriebnahme der Oberleitung keine Diesellokomotive mehr mitschleppen. Im Versand werden Zementklinker zum Mahlwerk in Kirchbichl und im Empfang Braukohlenstaub aus dem Rheinland auf der Schiene befördert.

[1] Weiterelektrifizierung der Außerfernbahn. In: Elektrische Bahnen 115 (2017) H.  11-12, S.  654.

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