Spitzenlast im Bahnenergieverbrauch reduziert

Der Taktfahrplan in der Schweiz – eingeführt 1982 – verursacht eine schlagartig Zunahme des Leistungsbedarfes im Bahnenergienetz zu den vollen und halben Stunden. An kalten Tagen erhöhen Zug- und Weichenheizungen zusätzlich die bereitzustellende Leistung. Mit wachsendem Verkehrsaufkommen und leistungsfähigeren Zügen nimmt Höhe der Lastspitzen weiter zu. Bestehenden Kraftwerke und Umformerwerke kommen langfristig an ihre Leistungsgrenzen.

Um die Lastspitzen zukünftig abzufangen, setzt die SBB die sogenannte „Lastmanagement-Laststeuerung“ ein. Sobald sich eine hohe Auslastung im SBB Netz abzeichnet, werden Zug- und Weichenheizungen für maximal 40 s automatisch ausgeschaltet. Der Energiebezug der Heizungen wird zeitlich verschoben. Spürbare Auswirkungen auf die Reisenden sind nicht zu verzeichnen.

Im vergangenen Winter prüfte die SBB die Basisversion der Laststeuerung. Die Grundfunktionen der Software arbeiteten ohne Probleme. Nach Vorbereitungen für den produktiven Betrieb konnten ab Januar 2019 die ersten Weichen- und Wagenheizungen gesteuert werden.

Die SBB wird in den folgenden Jahren weitere Wagen und Weichen an die Laststeuerung anbinden. Bis 2023 soll die ganze Flotte ausgerüstet sein. Smart Grid – die intelligente Steuerung von Verbrauchern im Zusammenspiel mit der Elektroenergieerzeugung und -speicherung – wird bei der SBB Realität. Die Lastspitzen sollen um 70 MW sinken. Das erspart den Zubau von Kraftwerken und Umformern gleicher Leistung.

Im Rahmen des Programms „smartrail4.0“ wird die SBB prüfen, ob die elektrischen Motoren der Lokomotiven und Triebwagen in ähnlicher Weise beeinflusst werden können.

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