Oberleitungs-LKW

Auf einem Vortrag im Rahmen MES – Mobility Electronics Suppliers EXPO 2019 vom 5. bis 7.  November in Berlin stellte Patrik Akerman, Siemens Mobility, Gedanken zum Oberleitungs-LKW vor.

Mit den bisherigen langen Ladezeiten stoße die Elektromobilität auf Skepsis im LKW-Güterverkehr. Die Lösung sei ein Oberleitungsnetz für LKW auf zentralen Verkehrsachsen, auch eHighway genannt. 60 % des Energieverbrauchs im Verkehr konzentrierten sich auf 2 % der Straßen. Der Güterverkehr sei auf einigen wenigen Hauptverkehrsrouten unterwegs. Rüste man 4000 km Autobahn in Deutschland für Oberleitungs-LKW aus, hätten 80 % der LKW einen Anreiz, von Diesel- auf Elektroantrieb umzusteigen. Die Kosten lägen bei rund 11 % der jährlich zu erwartenden Erlöse aus der LKW-Maut.

Siemens Mobility habe bereits erfolgreiche Feldversuche auf der Teststrecke in der Uckermark sowie auf Straßen in Schweden und den USA durchgeführt. Dabei setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus Oberleitung und Batterie. Stehe keine Oberleitung zur Verfügung, schalte der LKW in den Batteriebetrieb. Überholmanöver und Fahrten auf Straßen seien ohne Oberleitungen problemlos möglich.

Aktuell laufen Tests für Pendelstrecken auf Autobahnteilstücken in Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Nur zwei Jahre habe es in Hessen von der Genehmigung bis zur Errichtung gedauert. Für ein Verkehrsinfrastrukturprojekt ist das schnell.

Im nächsten Schritt brauche es mehr und längere Pendelstrecken von 20 bis 100 km, die sich später miteinander vernetzen ließen. Hier setzte man auf den Klimamaßnahmenplan der Bundesregierung, der die Förderung der Oberleitungen auf Pendelstrecken vorsehe.

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