eWayBW: Oberleitungs-LKW im Murgtal

Grafik: HSt-Grafik, Verkehrsministerium Baden Würtemberg, dpa

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eWayBW: Oberleitungs-LKW im Murgtal

Erstmals werden in Deutschland Oberleitungs-Lastkraftwagen (O-LKW) auf einer Bundesstraße getestet. Die Auswahl fiel auf das 18 km lange Teilstück der B 462 im Murgtal mit anspruchsvoller Topografie zwischen Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot. Oberleitungen werden auf dem 3,2 km langen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle der L 67 und der Murgbrücke bei Oberndorf sowie auf einem 750 m langen Teilstück am Unimog-Museum errichtet. Beim Bremsen an der dortigen Ampel soll die Rückspeisung der Bremsenergie in die Batterie und Oberleitungen getestet werden.

Die Bauarbeiten sollen von Mitte Juni 2020 bis Anfang 2021 dauern. In das Projekt, das vom Bund mit 85 % gefördert wird, werden 20 Mio. EUR investiert. Die Oberleitungsmasten stehen im Abstand von 50 m. An Querträgern sind die zwei Kettenwerke mit 5,12 m Fahrdrahthöhe aufgehängt. Diese können bei Bedarf auf 4,70 m gesenkt werden. Die Fahrdrahtspannung beträgt DC 670 V.

Ab April 2021 sollen O-LKW drei Jahre lang zwischen einem Logistikzentrum in Kuppenheim und den Papierfabriken in Obertsrot fahren. Auswirkungen auf Lärm, Luftschadstoffe und Verkehrsfluss werden untersucht. Ein Konzeptwettbewerb mit Elektro-Lastwagen soll zeigen, welches Modell zukunftsträchtiger ist. Sobald die Oberleitung endet oder der LKW zu einem Überholvorgang ansetzt, übernimmt ein Dieselmotor oder idealerweise der Elektromotor, gespeist aus der elektrischen Batterie, den Antrieb.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg werden auf der Strecke jährlich 510 000 t Papier von den Papierherstellern in das Kuppenheimer Logistikzentrum gebracht. Für einen Vergleich mit dem Schienenverkehr gibt es Überlegungen, die beteiligten Papierhersteller an das Schienennetz anzuschließen.

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg übernimmt für den eWayBW folgende Aufgaben:

  • politische Koordination und Begleitung des Projeks
  • Vorhabenträger und Verwaltung der Zuweisungsmittel
  • Abstimmungen mit dem Bund sowie den eHighway-Projekten in Hessen und Schleswig-Holstein
  • Koordination der Projektpartner und assoziierten Partner

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