Helmut Bendel

Helmut Bendel

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Dr.-Ing. Helmut Bendel 90 Jahre

Am 31. Oktober 2019 vollendet Dr.-Ing. Helmut Bendel sein 90. Lebensjahr. Sein beruflicher Werdegang begann 1945 als Hilfsarbeiter bei der Deutschen Reichsbahn (DR) im Bahnbetriebswerk (Bw) Großkorbetha. Der Wunsch nach fachlicher Weiterentwicklung führte zur Ausbildung zum Werkzeug-Maschinenschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) Halle (Saale) und anschließendem Studium an der Ingenieurschule für Eisenbahnwesen, die er nach einem Studienjahr verließ und an die Hochschule für Verkehrswesen (HfV) „Friedrich List“ in Dresden wechselte.

Das Studium an der HfV schloss er 1956 als Diplomingenieur ab. Nach der Ausbildung für den höheren technischen Dienst bei der DR trat er 1958 eine Stelle als Versuchsingenieur bei der Fahrzeug-Versuchsanstalt Halle (Saale) an, wo ihm 1960 die Leitung eines Messwagens übertragen wurde.

1962 übernahm er in der 1960 gegründeten Versuchs- und Entwicklungsstelle der Maschinenwirtschaft (VES-M) Halle (Saale) die Leitung der Hauptfachgruppe Konstruktion und Entwicklung. Schwerpunkt seines Wirkens bildeten die Arbeiten im Rahmen des einsetzenden Traktionswandels bei der DR. Prägende Aufgaben waren die Formulierung der technischen Anforderungen an die Triebfahrzeuge der Elektro- und Dieseltraktion sowie die konstruktive Begleitung der Entwicklungen bei der fahrzeugbauenden Industrie im In- und Ausland.

Es spricht für sich, dass Helmut Bendel berufsbegleitend zu seinem breit gefächerten Tätigkeitsfeld in der VES-M Halle (S.) im Jahre 1970 an der HfV erfolgreich promovierte.

Die in den Jahren der Traktionsumstellung an die DR ausgelieferten mehreren tausend Triebfahrzeuge der Elektro- und Dieseltraktion einschließlich der 800 Großdiesellokomotiven aus der Sowjetunion sowie 200 Diesellokomotiven aus Rumänien sind bleibend mit seinem Namen verbunden. In Anerkennung seiner Leistungen wird Helmut Bendel im Oktober 1978 der Nationalpreis der DDR verliehen.

Sein exzellentes Fachwissen brachte Helmut Bendel durch die Mitarbeit in verschiedenen internationalen Eisenbahngremien ein. Er ist unter anderem zum Leiter das ORE (Office de Recherches et d’Essais)-Sachverständigenausschusses A 168 berufen worden, der sich mit der rationellen Nutzung der Traktionsenergie befasste. Von ihm veröffentlichte Beiträge in der Fachpresse und das durch ein Autorenkollektiv unter seiner Federführung herausgegebene Fachbuch „Die elektrische Lokomotive“ ermöglichten dem Fachpublikum Zugang zu fahrzeugspezifischen Kenntnissen.

Im Institut für Eisenbahnwesen (IfE), welches 1979 aus VES-M Halle (Saale) überführt wurde, und in kurzer Folge gegründeten Struktureinheiten bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Jahr 1993 sah Helmut Bendel seine Aufgaben darin, gemeinsam mit den von ihm geleiteten jeweiligen Arbeitsgruppen intensiv für die technisch-konstruktive Weiterentwicklung des Triebfahrzeugparks der DR zu wirken.

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