E-Netz Allgäu läuft stabil

Stadler-Triebzug Flirt3 ET 4.37 im Einsatz für Go-Ahead (Foto: Go-Ahead/Leon Prochaska).

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E-Netz Allgäu läuft stabil

Seit dem 12. Dezember 2021 betreibt Go-Ahead Bayern im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und des Verkehrsministeriums von Baden-Württemberg den Regionalverkehr auf dem Elektronetz Allgäu. Jährlich werden auf der Strecke München – Buchloe – Memmingen – Kißlegg – Hergatz – Lindau 2,7 Mio. Zug-km erbracht. Eingesetzt werden 22 vierteilige Stadler Flirt3-Triebzüge der Achsfolge B0’ 2’ 2’ 2’ B0’ mit 216 Sitzplätzen in der 1. und 2.  Klasse. Die 2 000 kW Dauerleistung der 74,7 m langen Züge ermöglichen 160 km/h zulässige Geschwindigkeit. Im Berufsverkehr von und nach München wird in Dreifachtraktion gefahren.

Die Neufahrzeuge laufen stabil und die Tests im Rahmen des BEG-Messsystems Servicequalität sind vielversprechend gestartet. Die Pünktlichkeit der Züge ist ausbaufähig. Go-Ahead Bayern stellt fest, dass inzwischen 90 % der Züge pünktlich unterwegs sind und weniger als 1 % der Züge ausfallen. Fast 80 % der Verspätungen haben Ursachen, die Go-Ahead nicht beeinflussen kann. Die Infrastruktur sei viel zu knapp bemessen und ist zu störanfällig. Sturmschäden, gestörte Bahnübergänge oder belegte zu lange eingleisige Streckenabschnitte behindern die Züge.

Ab Geltendorf in Richtung München gibt es zwei Gleise, die die Regionalzüge sich mit der S-Bahn, dem Fernverkehr von und nach Zürich, dem Güterverkehr und weiteren Eisenbahnunternehmen teilen müssen. Die Verspätungen bauen sich im 107 km langen eingleisigen Abschnitt Hergatz – Buchloe in beiden Richtungen auf. Gleiches wird beim Flaschenhals vor dem Münchener Hauptbahnhof beobachtet. Für einen bedarfsgerechten Einsatz der Triebzüge, vor allem im Berufsverkehr, fehlen in und um München die dazu nötigen Abstellgleise. Die Folge ist derzeit, dass überzählige Zugteile morgens leer ins Allgäu bewegt werden müssen und am Nachmittag wieder leer nach München, damit sie dann dort für die Fahrgäste wieder zur Verfügung stehen.

Hier sei der Bund in der Pflicht, die Schieneninfrastruktur und die Stationen so herzurichten und auszubauen, dass die von der Politik gewünschte Verkehrsverlagerung auf die Schiene möglich wird.

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