Eröffnung der Elizabeth Line in London

Der Triebzug 345 005 in der Shenfield Station.

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Eröffnung der Elizabeth Line in London

Die 21 km lange Elizabeth Line zwischen Paddington und Abbey Wood, die am 24.  Mai 2022 eröffnet wurde, wird die Personenbeförderung in London und im Südosten Englands grundlegend neugestalten. Die National Rail-Linien östlich und westlich der britischen Hauptstadt werden miteinander verbunden. Die Bahnkapazität im Zentrum Londons wird um 10 % erhöht, die größte Einzelerhöhung der Transportkapazität seit mehr als 70 Jahren. Zusätzlich können 1,5 Mio. Menschen innerhalb von 45 min von und nach London befördert werden.

Unter dem Zentrum von London grub man zwei 21 km lange eingleisige Tunnel. Zwischen der Tottenham Court Road und der Bond Street wurde eine schwimmende Gleisplatte installiert, um die Lärm- und Vibrationsauswirkungen auf nahe gelegene Aufnahmestudios und Hotels zu minimieren. Acht neue U-Bahn-Stationen verfügen über insgesamt 4 km Bahnsteigkanten mit raumhohen Bahnsteigen und Türen an jeder Seite.

Wie andere Vorortstrecken um London wurden die Tunnelstrecken für 1AC 25 kV 50 Hz elektrifiziert. Die Halter der Oberleitungsstromschiene sind in einem Abstand von 10 m an der Tunneldecke befestigt.

Siemens Mobility stellte im Auftrag von Crossrail das zentrale Signalsystem sowie die Kommunikations- und Steuerungssysteme für die neue Bahnlinie bereit. Das CBTC-Signalgebungs- und Steuerungssystem ermöglicht einen hochfrequenten, automatisierten Zugbetrieb für den zentralen Abschnitt der Elizabeth Line. Die Technologie wurde an Siemens-Standorten in Großbritannien und Deutschland entwickelt, gefertigt, installiert, getestet und in Betrieb genommen.

Für den Betrieb lieferte Bombardier, später Alstom, 70 neunteilige elektrische Triebzüge der Baureihe  345. Mit 205 m Länge und 4 400 kW Leistung bei 352 t Leermasse sind die Fahrzeuge für 90 mph (145 km/h) zugelassen. Mit 450 Sitzplätzen können insgesamt 1 500 Reisende befördert werden. Als Zusicherungssysteme sind AWS, TPWS, CBTC, ETCS eingebaut.

Die Züge basieren auf dem AventraZug der neuesten Generation von Alstom, der in Großbritannien entwickelt wurde. Sie wurden im Alstom-Werk Derby gebaut und sicherten 760 Arbeits-und 80 Ausbildungsplätze in Großbritannien.

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