SBB 2021: schwache Nachfrage

In den Zügen und Bahnhöfen der SBB waren 2021 ein Drittel weniger Kunden unterwegs als vor der Pandemie. Obwohl die Division die Sparmaßnahmen weiterführte und der Bund weitere Mittel aus dem Covid-Unterstützungspaket zur Verfügung stellte, erzielte der SBB-Personenverkehr 2021 einen Verlust von - 495 Mio. CHF gegenüber - 669 Mio. CHF im Vorjahr.

Zukünftig wird das Reiseverhalten stärker schwanken und weniger berechenbar sein. Mehr Menschen werden in der Freizeit reisen und weniger pendeln. Darauf reagiert die SBB mit ihrer Strategie 2030. In einem ersten Schritt bis 2025 stabilisiert die SBB den Betrieb und den Fahrplan. Bis 2030 soll Bahnfahren einfacher und bequemer werden. Dazu wird die SBB ihr Angebot auf Basis des bewährten Taktfahrplans schrittweise flexibler gestalten.

Bei SBB Cargo Schweiz stagnierte die Transportleistung. Die schwache Nachfrage führte zu einem Verlust von - 325 Mio. CHF. Dank Sparmaßnahmen, höherer Erträge und größerer Unterstützung des Bundes fiel dieser geringer aus als 2020. Der Kundenumsatz lag weiterhin 10,3 % hinter dem Vorkrisenniveau 2019.

Die SBB will die finanzielle Lage nachhaltig stabilisieren und bis 2030 rund 6 Mrd. CHF sparen.

Im Bereich Energie erzielte die SBB ein Jahresergebnis von 34,8 Mio. CHF (2020: 17,9 Mio. CHF). Die Verbesserung war vor allem auf den höheren Absatz an Bahnenergie zurückführen. Dieser stieg nach der Corona-bedingten Angebotsreduktion im Jahr 2020 und der Rückkehr zum fahrplanmäßigen Verkehrsangebot wieder an. Nach revisionsbedingt längeren Kraftwerksstillständen 2020 standen 2021 wieder mehr Kraftwerkskapazitäten zur Verfügung. Dadurch konnte ein größerer Teil des Bedarfs an Bahnenergie durch die Produktion in eigenen Kraftwerken und durch den Bezug aus Energiebezugsrechten gedeckt werden. Der positive Beitrag zum Ergebnis fließt in die Reinvestition von Energieanlagen.

Mit einem Anteil von 5 % Energieverbrauch des Landverkehrs erbringt die Bahn 13 % des Personen- und 37 % des Güterverkehrs in der Schweiz. Die SBB hat im Oktober 2021 die Absichtserklärung der Initiative Vorbild Energie und Klima des Bundes unterzeichnet. Für die neue Phase von 2021 bis 2030 verpflichtet sich die SBB erneut, die Energieeffizienz zu steigern, die erneuerbaren Energien auszubauen und gemeinsame Maßnahmen umzusetzen. Mit ihrem seit 2012 laufenden Energiesparprogramm hat die SBB 2021 in den Bereichen Technik Rollmaterial, Bahnproduktion, Anlagen und Gebäude 504 GWh Energie eingespart.

Mit Fahrerassistenzsystemen sind die Personenzüge pünktlicher unterwegs und benötigen jährlich bis zu 70 GWh weniger Energie. Auch auf dem Weg vom oder zum Bahnhof soll das elektrische Fahren möglich sein. Seit 2020 wurden für das elektrische Fahren auf dem Weg zum Bahnhof zwölf Mobility-Standorte mit 50 Ladestationen ausgerüstet. Bis Ende 2023 will die SBB schweizweit an 40 bis 50 zentralen Standorten 150 Parkplätze mit E-Ladestationen für die Elektroflotte von Mobility ausrüsten.-

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